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Linque

Künstliche Intelligenz eröffnet enorme Möglichkeiten – stellt Rechenzentren aber zugleich vor eine zentrale Herausforderung: Der Rechenbedarf und damit der Energieverbrauch steigen rasant. Das Münchner Deep-Tech-Startup Linque setzt deshalb auf Licht statt auf konventionelle elektronische Datenverarbeitung. Mit photonischen Siliziumchips will das Team KI-Anwendungen schneller und deutlich energieeffizienter machen.

Im Interview erzählen die Gründer Dr. Samarth Vadia, Dr. Jonathan Förste und Dr. Victor Funk, wie aus ihrer Expertise in Photonik und Halbleitern eine Startup-Idee entstand, welche Rolle die LMU und das Münchner Gründungsökosystem dabei spielten und warum der Austausch mit anderen Gründerinnen und Gründern gerade in der Anfangsphase so wertvoll ist.

Das Team von Linque, darunter die Founder Dr. Samarth Vadia, Dr. Jonathan Förste und Dr. Victor Funk / Foto: Linque

Stellt euch bitte kurz vor: Was genau macht euer Startup und was ist das Besondere an eurer Geschäftsidee?

Da die Gesellschaft durch die Entwicklung der künstlichen Intelligenz eine weitere technologische Revolution erlebt, steigt unser Rechenbedarf extrem schnell an, was zu einem enormen Stromverbrauch führt. Linque ist ein Deep-Tech-Startup, das dieses Problem durch energieeffiziente und schnellere Informationsverarbeitung im Lichtbereich lösen will. Unser Unternehmen nutzt photonische integrierte Schaltkreise, um Cloud-Infrastruktur-Hardware für Anwendungsfälle in Rechenzentren und Edge-Devices zu entwickeln, die besonders für KI-Modelle geeignet sind. Im Vergleich zu den konventionellen elektronischen transistorbasierten Geräten, die in den aktuellen Prozessen eingesetzt werden, können unsere auf CMOS-Prozessen basierenden Siliziumchips den Energieverbrauch für bestimmte Anwendungen um eine Größenordnung reduzieren.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?

Als wir angefangen haben, gab es mitten in der Pandemie die Krise der Halbleiterchip-Knappheit. Kurz darauf folgte die Veröffentlichung von ChatGPT, ein Wendepunkt für die künstliche Intelligenz, der gleichzeitig den Bedarf an einer alternativen Form der Datenverarbeitung aufzeigte, die die Anforderungen zukünftiger Algorithmen und Probleme erfüllen kann. Mit unserem Hintergrund in Photonik und Halbleitern hatten wir eine perfekte Lösung auf der Basis von Licht, um diese Probleme zu lindern und eine nachhaltigere Hardware auf den Markt zu bringen. Nach einem schnellen Prototyping der ersten Idee auf der Grundlage von Chips, die von Halbleiter-Foundry produziert werden, stellten wir fest, dass dies die richtige Lösung ist, und vertieften die Roadmap für die Technologieentwicklung.

Welche Rolle spielte die Hochschullandschaft für eure Gründungsinitiative? Wovon habt ihr besonders profitiert?

Als forschungsbasiertes Startup war die universitäre Unterstützung für uns in den frühen Phasen der Entwicklung und der Markteinführung der Technologie von entscheidender Bedeutung. Wir haben eine frühe Entwicklung mit verschiedenen Förderungen des Staates durchgeführt, die es uns ermöglicht haben, einige frühe Fragen zur Machbarkeit und zu wissenschaftlichen Aspekten zu entschärfen. Wir hatten auch ausgezeichnete Unterstützung von Mentoren, Prof. Alexander Högele von der Fakultät für Physik und Prof. Albrecht Schmidt von der Fakultät für Informatik, die sowohl zu den technologischen als auch zu den geschäftlichen Aspekten der Unternehmensgründung beigetragen haben. Darüber hinaus haben wir das Glück, in München zu sein, dem wohl besten Ökosystem für Hardware-Startups in der Welt mit zwei starken Universitäten mit ihren unternehmerischen Zentren und einem starken Talentpool.

Was waren bzw. sind aktuell die bislang größten Herausforderungen für euch?

Als Gründer gibt es immer wieder neue und interessante Herausforderungen. Unser Gründerteam kommt aus dem technischen Bereich, so dass es natürlich eine große Herausforderung ist, etwas über den Vertrieb und die Markteinführung zu lernen. Eine ressourcenintensive Produktentwicklung wie die unserer Halbleiterchips zu betreiben, ist auch eine Herausforderung, wenn es darum geht, die richtigen Ressourcen zu finden und einen realistischen Entwicklungsplan zu erstellen. Und die dritte Herausforderung besteht darin, talentierte und motivierte Mitarbeiter zu finden und zu überzeugen, sich dem Team anzuschließen. Mit der Unterstützung der LMU IEC und der UnternehmerTUM sowie großartigen Mentoren ist es uns gelungen, diese Herausforderungen zu meistern.

Welche Empfehlung oder welchen Tipp möchtet ihr anderen Gründern und Gründungsinteressierten mit auf den Weg geben?

Wir befinden uns zwar noch in der Anfangsphase unserer Reise, aber eine Sache, die uns wirklich über die anfänglichen Herausforderungen hinweggeholfen hat, ist die Gemeinschaft der Mitgründer. Daher würde ich vorschlagen, dass Sie sich mit anderen Gründern austauschen. Vielleicht hat jemand genau die gleiche Situation durchgemacht wie Sie und kann Ihnen helfen, schneller und besser Lösungen zu finden.

Hier mehr über Linque: https://linque.eu

Das Gründungsvorhaben wurde durch Angebote der Ludwig-Maximilians-Universität München unterstützt.