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Plug-in Festivals

Leerer Handyakku und keine freie Steckdose auf dem Festivalgelände verfügbar? Für dieses Problem gab es in diesem Jahr auf vielen deutschen Festivals eine Lösung – die Powerbank von Plug-in Festivals. Die beiden Gründer Sebastian Ranftl und Sebastian Vitz bieten einen mobilen Akku mit einer Stromflatrate an, um Festivalbesucher während ihres gesamten Aufenthalts mit genug Strom für jegliche elektronischen Geräte zu versorgen – von Handy über Kühlbox bis hin zur E-Gitarre. Dieses Jahr waren sie auch auf bayrischen Festivals dabei, wie dem Puls Open Air in Geltendorf. Die spannende Entwicklung ihrer Idee und ihre größten Herausforderungen haben sie uns im Interview verraten.

Stellt euch bitte kurz vor: Was genau macht euer Start-up und was ist das Besondere an eurer Geschäftsidee?

Wir verleihen unsere Powerstationen auf Musik-Festivals in ganz Europa. Mittlerweile versorgen wir die renommiertesten Festivals in Deutschland mit Strom. Die Powerstation ist im Prinzip ein leistungsstarker Akku mit allen notwendigen Anschlüssen (USB, 230V Schuko-Steckdose und 12V Buchse). Die Gäste des Festivals können sich eine Powerstation im Vorhinein buchen und dann direkt auf dem Festivalgelände abholen. Ist die Powerstation leer, kann sie jederzeit gegen eine volle Station eingetauscht werden. Hauptsächlich zeichnen wir uns durch das Sharing-Modell aus, was das ganze so attraktiv für unsere Kunden macht. Durch unsere eigene Lade-Infrastruktur sind wir in der Lage, die bereits erwähnte „Strom-Flatrate“ anzubieten. Das heißt: wir haben immer volle Geräte, um den Austausch garantieren zu können. Wir sehen uns als Anbieter einer innovativen und einzigartigen Dienstleistung.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?

In unserer Bachelor Arbeit haben wir ein „Solar-Home-System“ für den Einsatz in Afrika entwickelt. Hierbei handelt es sich um eine Batterie in Kombination mit einem passenden Solar-Modul. Teil der Arbeit war es auch, zwei funktionierende Prototypen zu bauen. Glücklicherweise haben die so gut funktioniert, dass man sie tatsächlich einsetzen konnte. Da wir beide bereits erfahrene Festivalgänger waren und die Stromsituation auf Festival-Campingplätzen sehr gut kannten, kam es uns sofort in den Sinn, die Prototypen auf dem nächsten Festival zu testen. Nun waren wir diejenigen auf dem Campingplatz, die die lauteste Musikanlage und immer Strom hatten. Leider ist auch bei uns am letzten Abend der Akku leer gegangen und wir haben uns gedacht: „Es kann doch nicht sein, dass wir jetzt keinen Strom mehr haben“. So ist das Ganze ins Rollen gekommen.

Welche Rolle spielte die Hochschullandschaft für eure Gründungsinitiative? Wovon habt ihr besonders profitiert ?

Im Allgemeinen waren wir immer schon sehr vom Gründen fasziniert und haben alle möglichen Veranstaltungen zu diesem Thema mitgenommen. So wird man Stück für Stück mit dieser Thematik vertraut und wir haben gemerkt, dass wir uns gut damit identifizieren können. Das ist, denke ich, sehr wichtig. Als es dann konkreter wurde haben wir uns an das Gründerzentrum LINK in Landshut gewendet. Das war definitiv auch ein wichtiger Schritt, um anfangs nicht den Überblick zu verlieren. Hier bekommt man wertvolles Feedback und Antworten auf die vielen Fragen, die aufkommen.

Was waren die bislang größten Herausforderungen für euch?

Anfangs war es sehr schwer zu beurteilen, wie viele Leute wir erreichen werden und welchen Preis die Leute bereit sind zu bezahlen. Auch aktuell sind wir in einer sehr anstrengenden Phase. Wir sind langsam an einem Punkt, an dem die Ressourcen (z.B. Personal) nicht mehr ausreichen, um die hohe Nachfrage zu decken.  Das bedeutet, dass im Moment sehr viel Arbeit notwendig ist, damit alles reibungslos abläuft. Das ist definitiv eine sehr große Herausforderung und das aktuelle Team stößt an seine Grenzen. Solche Zeiten sind anstrengend, extrem anstrengend, aber sie tragen dazu bei, das Geschäftsmodell stetig zu verbessern und zu professionalisieren. Nicht zu vergessen ist natürlich, dass das Ganze eine sehr hohe Investition mit sich gezogen hat, bzw. immer neue Investitionen dazu kommen. Mit dieser Situation muss man auch erstmal umgehen können. Das dauert ein paar Tage.

Welche Empfehlung oder welchen Tipp möchtet ihr anderen Gründern und Gründungsinteressierten mit auf den Weg geben?

Also das wichtigste ist wirklich 100 % von seiner Idee überzeugt zu sein. Realistische Einschätzungen und Fakten sollten diese Idee tragen und das Ganze zu einer runden „Story“ formen. Dabei hilft es, sehr viel über diese Idee mit möglichst vielen Leuten zu reden, sodass möglichst viele Eindrücke entstehen. Diese helfen wieder dabei die „Story“ zu formen. Gründungsinitiativen sind hierfür eine super Unterstützung, da sie schon genau wissen, worauf es ankommt. Ein Business-Plan ist unserer Meinung nach auch ein absolutes Must-Have, um ein logisches Geschäftsmodell aufzubauen.

Das Allerwichtigste ist aber: einfach machen. Natürlich muss alles genau bedacht werden. Allerdings muss man einfach mal anfangen, nur so kommt man zu einer gewissen Weiterentwicklung und es entwickeln sich Dinge, an die man zuvor nicht gedacht hat.

Hier geht es zur Website von PlugIn-Festivals